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Liveübertragung 24.06.26

Hochfest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers

Predigt zum Hochfest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers

24. Juni 2026

Radio Maria – Liveübertragung

 

Liebe Schwestern und Brüder,

es gibt Sätze, die ein ganzes Leben verändern können.

Ein junger Mensch hört: „Aus dir wird nie etwas werden.“

Ein anderer hört: „Ich glaube an dich.“

Beide Sätze können Jahrzehnte nachhallen.

Manche Menschen tragen bis ins hohe Alter Stimmen in sich, die ihnen sagen:

„Du genügst nicht.“

„Du bist zu schwach.“

„Du bist zu unbedeutend.“

„Du bist zu alt.“

„Du hast deine Chance verpasst.“

Und dann hören wir heute in der ersten Lesung einen Satz Gottes, der stärker ist als alle anderen Stimmen:

„Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen.“

Das ist ein grossartiger Satz.

Gott sagt nicht:

„Als du erfolgreich warst, habe ich dich ausersehen.“

Nicht:

„Als du stark warst.“

Nicht:

„Als du alles richtig gemacht hast.“

Sondern:

„Noch ehe ich dich formte.“

Bevor Jeremia etwas leisten konnte.

Bevor Johannes etwas sagen konnte.

Bevor irgendjemand sie bewundern oder kritisieren konnte.

Gott kannte sie bereits.

Und das gilt nicht nur für Propheten.

Das gilt für jeden Menschen.

Jeder Mensch beginnt im Herzen Gottes, bevor er im Herzen seiner Mutter beginnt.

 

Das heutige Fest der Geburt Johannes des Täufers ist deshalb viel mehr als eine Erinnerung an ein Ereignis vor zweitausend Jahren.

Es ist ein Fest der Berufung.

Es ist ein Fest der Hoffnung.

Es ist ein Fest gegen die Vorstellung, unser Leben sei Zufall.

Denn die Geschichte beginnt mit einem Ehepaar, das längst aufgehört hatte, auf ein Wunder zu hoffen.

Zacharias und Elisabeth.

Gerechte Menschen.

Gläubige Menschen.

Und doch tragen sie eine tiefe Wunde in ihrem Leben.

Kinderlosigkeit.

Jahrzehntelang haben sie gebetet.

Jahrzehntelang gewartet.

Jahrzehntelang gehofft.

Und irgendwann kommt jener Punkt, den viele Menschen kennen:

Man betet noch – aber nicht mehr mit großer Erwartung.

Man glaubt noch – aber man hat sich mit der Enttäuschung arrangiert.

Man geht seinen Weg – aber manches im Herzen ist still geworden.

Und genau dort greift Gott ein.

Nicht am Anfang ihrer Hoffnung.

Sondern dort, wo menschlich nichts mehr zu erwarten ist.

Im Tempel erscheint der Engel.

Und das Erste, was er sagt, lautet:

„Fürchte dich nicht!“

Das sagt Gott erstaunlich oft in der Bibel.

Denn Angst gehört zu den mächtigsten Kräften unseres Lebens.

Angst vor der Zukunft.

Angst vor dem Scheitern.

Angst vor Krankheit.

Angst vor Einsamkeit.

Angst vor Bedeutungslosigkeit.

Und oft sind es nicht äußere Feinde, die uns lähmen, sondern die Stimmen in unserem Inneren.

Doch Gott beginnt seine großen Geschichten fast immer mit denselben Worten:

„Fürchte dich nicht.“

Der Engel kündigt die Geburt eines Kindes an.

Aber der eigentliche Schwerpunkt liegt gar nicht auf der Geburt.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Auftrag.

Johannes wird geboren, damit andere zu Gott finden.

Er wird geboren, um Wege zu bereiten.

Er wird geboren, um Herzen zu öffnen.

Er wird geboren, damit Christus erkannt wird.

Und darin liegt etwas ganz Entscheidendes.

Johannes macht niemals sich selbst zum Mittelpunkt.

Sein ganzes Leben zeigt von sich weg.

Hin auf Christus.

Später wird er sagen:

„Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“

Das widerspricht dem Geist unserer Zeit.

Heute hören wir ständig:

„Mach dich groß.“

„Mach auf dich aufmerksam.“

„Stell dich in den Mittelpunkt.“

„Präsentiere dich.“

Johannes lebt das Gegenteil.

Er fragt nicht:

„Wie viele schauen auf mich?“

Sondern:

„Wie viele entdecken durch mich Christus?“

 

Ein Wegweiser an einer Straße hat nur dann seinen Sinn erfüllt, wenn niemand bei ihm stehen bleibt.

Wenn ein Wegweiser nach Rom zeigt, wäre es unsinnig, sich davor zu stellen und zu sagen:

„Wie schön dieser Wegweiser ist.“

Sein Sinn besteht darin, auf etwas Größeres hinzuweisen.

Johannes ist der große Wegweiser Gottes.

Und die Kirche hat immer verstanden:

Jeder Christ hat etwas von Johannes in sich.

Jeder Getaufte ist berufen, ein Wegweiser zu sein.

Nicht perfekt.

Nicht fehlerlos.

Nicht spektakulär.

Aber so, dass andere durch ihn etwas von Christus erkennen.

 

Gerade heute brauchen Menschen solche Wegweiser.

Viele Menschen suchen Orientierung.

Viele wissen nicht mehr, woran sie sich halten sollen.

Viele erleben eine Welt voller Lärm und voller Unsicherheit.

Man hat Informationen im Überfluss und gleichzeitig einen Mangel an Sinn.

Man ist digital vernetzt und oft innerlich einsam.

Man diskutiert über alles und weiß immer weniger, was wirklich trägt.

Darum berührt uns Johannes auch heute.

Er zeigt uns:

Der Mensch lebt nicht nur von Nachrichten.

Nicht nur von Meinungen.

Nicht nur von politischen Programmen.

Der Mensch lebt von Wahrheit.

Von Hoffnung.

Von einer Beziehung zu Gott.

 

Die zweite Lesung spricht von Christen, die Jesus nicht gesehen haben und ihn dennoch lieben.

Das ist auch unsere Situation.

Niemand von uns hat Jesus mit leiblichen Augen gesehen.

Und doch sind wir hier.

Und doch beten wir.

Und doch vertrauen wir.

Und doch hoffen wir.

Warum?

Weil Christus auch heute Menschen begegnet.

Im Wort Gottes.

In den Sakramenten.

In der Eucharistie.

Im Gebet.

In Menschen, die Glauben glaubwürdig leben.

In Augenblicken des Trostes.

In Stunden der Dunkelheit.

In Erfahrungen, die tiefer reichen als alles Sichtbare.

 

Die geistliche Bewegung dieses Festes ist erstaunlich.

Sie führt von der Angst zum Vertrauen.

Von der Unmöglichkeit zur Verheißung.

Von der Verborgenheit zur Sendung.

Jeremia sagt:

„Ich bin zu jung.“

Zacharias denkt:

„Es ist zu spät.“

Und Gott antwortet:

„Ich bin mit dir.“

Das ist die eigentliche Botschaft dieses Festes.

Nicht unsere Stärke trägt das Reich Gottes.

Sondern Gottes Treue.

Nicht unsere Möglichkeiten sind entscheidend.

Sondern seine Gegenwart.

Nicht unsere Perfektion.

Sondern seine Gnade.

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Johannes wurde geboren, damit Menschen Christus erkennen.

Auch unser Leben hat einen Sinn, der größer ist als wir selbst.

Gott kennt unsere Geschichte.

Er kennt unsere Grenzen.

Er kennt unsere Verwundungen.

Er kennt unsere Sehnsucht.

Und er ruft jeden von uns beim Namen.

Nicht erst heute.

Nicht erst seit gestern.

Sondern seit dem Anfang.

Seit jener Stunde, von der Jeremia spricht:

„Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen.“

Darum dürfen wir heute mit Vertrauen nach vorne schauen.

Denn derselbe Gott, der Johannes berufen hat,

derselbe Gott, der Jeremia gesandt hat,

derselbe Gott, der Zacharias und Elisabeth überrascht hat,

begleitet auch uns.

Und er sagt jedem von uns:

Fürchte dich nicht.

Ich kenne dich.

Ich habe dich gewollt.

Ich bin mit dir.

Und durch dein Leben soll etwas von meinem Licht in diese Welt kommen.

Amen.

 


Eucharistische Anbetung

Hochfest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers

Nach der Heiligen Kommunion vor dem ausgesetzten Allerheiligsten

1. Hinführung in die Gegenwart Christi

Herr Jesus Christus,

nun ist es still geworden.

Wir haben Dein Wort gehört.

Wir haben Dich in der Heiligen Kommunion empfangen.

Nun schauen wir auf Dich,

gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament.

Du bist hier.

Nicht fern.

Nicht unerreichbar.

Nicht verborgen hinter den Sorgen unseres Alltags.

Du bist hier.

Und wir dürfen einfach vor Dir sein.

Ohne Leistung.

Ohne Masken.

Ohne Erklärungen.

So wie wir sind.

(Stille)

Herr,

manche kommen heute mit Freude.

Andere mit offenen Fragen.

Manche tragen Dankbarkeit im Herzen.

Andere tragen Lasten, die niemand kennt.

Du kennst uns alle.

Du kennst unsere Namen.

Du kennst unsere Geschichte.

Du kennst die Sehnsucht, die tief in uns lebt.

(Stille)

Lassen wir diese Gewissheit in uns nachklingen:

Jesus kennt mich.

Jesus sieht mich.

Jesus liebt mich.

(Stille)

 

2. Betrachtung – In seinem Licht

Herr Jesus,

Johannes der Täufer war das Licht nicht.

Er hat auf das Licht hingewiesen.

Heute stehen wir vor Dir,

dem Licht der Welt.

So vieles kann unser Herz verdunkeln:

Enttäuschungen.

Sorgen.

Ängste.

Verletzungen.

Unversöhnte Erinnerungen.

Ungewisse Zukunft.

Und doch genügt ein kleines Licht,

um einen dunklen Raum zu verändern.

Du bist dieses Licht.

(Stille)

Herr,

lass Dein Licht auf unser Leben fallen.

Dorthin,

wo wir mutlos geworden sind.

Dorthin,

wo wir keine Antworten finden.

Dorthin,

wo wir uns selbst nicht verstehen.

Dorthin,

wo wir Frieden suchen.

(Stille)

Jesus,

Du blickst anders auf uns,

als wir auf uns selbst schauen.

Wo wir Grenzen sehen,

siehst Du Möglichkeiten.

Wo wir Scheitern sehen,

siehst Du einen neuen Anfang.

Wo wir Schwäche sehen,

siehst Du einen geliebten Menschen.

(Stille)

Lassen wir uns einen Augenblick von diesem Blick Jesu ansehen.

Nicht beurteilt.

Nicht bewertet.

Sondern geliebt.

(Stille)

 

3. Persönliche Hinwendung

Herr Jesus Christus,

jeder darf Dir jetzt still das hinhalten,

was ihn bewegt.

Vielleicht einen Menschen,

um den wir uns sorgen.

Eine Krankheit.

Eine Entscheidung.

Eine Beziehung.

Eine Schuld.

Eine Angst.

Eine Hoffnung.

Oder einfach die Sehnsucht nach innerem Frieden.

(Stille)

Jesus,

wir legen Dir jetzt unser Herz hin.

Mit allem, was darin lebt.

Mit allem, was schwer ist.

Mit allem, was schön ist.

Mit allem, was wir aus eigener Kraft nicht tragen können.

(Stille)

Herr,

segne die Familien.

Segne die Kinder.

Segne die Jugendlichen auf der Suche nach ihrem Weg.

Segne die Kranken.

Segne die Einsamen.

Segne die Trauernden.

Segne die Menschen, die heute keinen Menschen haben, der an sie denkt.

(Stille)

Segne auch jene,

die weit weg von Dir leben.

Jene, die Dich suchen.

Jene, die zweifeln.

Jene, die glauben möchten und nicht wissen wie.

Öffne ihre Herzen für Deine Nähe.

(Stille)

 

Christus, Du bist da

Herr Jesus,

manchmal wünschen wir uns große Zeichen.

Doch Du kommst oft ganz anders.

Still.

Einfach.

Unscheinbar.

Wie heute.

Im Brot des Lebens.

Im Schweigen.

Im Frieden.

In Deiner Gegenwart.

Darum müssen wir jetzt nichts tun.

Wir dürfen einfach bei Dir bleiben.

Wie die Jünger damals.

Wie Maria zu Deinen Füßen.

Wie Johannes, der auf Dich gezeigt hat.

(Stille)

 

4. Vertrauensvoller Abschluss

Herr Jesus Christus,

wir danken Dir für diesen Augenblick.

Für Dein Wort.

Für Deine Gegenwart.

Für Deine Nähe.

Für Deine Liebe.

Wir danken Dir,

dass Du uns kennst.

Dass Du uns führst.

Dass Du uns nie aus Deinen Händen fallen lässt.

(Stille)

Herr,

wenn wir gleich in unseren Alltag zurückkehren,

bleibe bei uns.

Auf den Straßen unseres Lebens.

In unseren Häusern.

In unseren Familien.

An unseren Arbeitsplätzen.

In unseren Sorgen.

In unseren Entscheidungen.

In unseren Begegnungen.

Bleibe bei uns.

Denn wo Du bist,

wächst Hoffnung.

Wo Du bist,

kehrt Frieden ein.

Wo Du bist,

wird das Herz weit.

(Stille)

So schauen wir auf Dich

und sprechen in der Stille unseres Herzens:

Jesus,

ich vertraue auf Dich.

Jesus,

ich gehöre Dir.

Jesus,

bleibe bei mir.

(Stille)

Amen.


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Gedenktag Hl. Thomas von Aquin


Liveübertragung 04.12.25

MAria - Königin des Himmels

Vortrag im Radio Maria Schweiz zum Buch von Prof. Dr. Scott Hahn, Bibelwissenschaftler:

 

04.12.2025 um 16:30 Uhr

 

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Liveübertragung 07.12.25

2. Adventssonntag (Patrozinium)


hier finden Sie Dokumente zum Download

Die Predigt vom 07.12.2025 sowie die Anbetung finden Sie hier.