„Gott liebt Ihr Kind und schenkt ihm durch den Heiligen Geist im Wasser der Taufe das neue Leben.“
(Rituale Romanum, Feier der Kindertaufe)
Die Kirche tauft Kinder, weil sie glaubt, dass Gott immer zuerst liebt. Seine Liebe geht dem menschlichen Glauben voraus. Die Taufe eines Kindes ist daher Ausdruck des Glaubens der ganzen Kirche – sie bekennt, dass Gottes Gnade nicht vom Verstehen abhängt, sondern vom Geschenk.
Schon die Heilige Schrift berichtet, dass ganze Familien getauft wurden: „Er ließ sich mit allen, die zu seinem Haus gehörten, taufen“ (Apg 16,33). Die frühe Kirche verstand diese Praxis als Ausdruck der universalen Heilszusage Christi: Niemand ist zu klein, um von Gott geliebt zu werden.
Doch Kindertaufe bedeutet nicht Taufe „ohne Glauben“. Der Glaube der Kirche, den Eltern und Paten stellvertretend bekennen, ist das Fundament, auf dem das Kind später seinen eigenen Glauben aufbauen soll.
„Wenn Sie, kraft Ihres Glaubens und im Gedenken an Ihre eigene Taufe, bereit sind, diese Aufgabe zu erfüllen, so sagen Sie nun dem Bösen ab und bekennen Sie Ihren Glauben an Jesus Christus, den Glauben der Kirche, in dem Ihr Kind getauft wird.“
(Rituale Romanum)
Die Eltern bringen ihr Kind im Vertrauen, dass Gottes Geist in ihrem Leben wirken wird – auch wenn sie selbst noch auf dem Weg des Glaubens sind. Wo Menschen die Taufe als Einladung verstehen, den eigenen Glauben zu erneuern, da wird sie Quelle lebendigen Lebens.
💭 Reflexion
Seit Februar 2021 bin ich Pfarrer in der Pfarrei Hergiswil am See, Nidwalden (NW).
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