Die Verantwortung der Eltern

„Liebe Eltern, Sie möchten, dass N. getauft wird. Das bedeutet für Sie: Sie sollen Ihr Kind im Glauben erziehen und es lehren, Gott und den Nächsten zu lieben, wie Jesus es vorgelebt hat. Sie sollen mit Ihrem Kind beten und ihm helfen, seinen Platz in der Gemeinschaft der Kirche zu finden. Sind Sie dazu bereit?“

(Rituale Romanum, Feier der Kindertaufe)

 

Diese Frage, die der Zelebrant in der Feier stellt, ist eine der entscheidendsten des ganzen Rituals. Sie macht deutlich: Die Taufe ist nicht nur eine Handlung an einem Kind, sondern der Beginn eines gemeinsamen Glaubensweges.

 

Der Codex Iuris Canonici formuliert das in rechtlich klarer Sprache:

„Es muss die begründete Hoffnung bestehen, dass das Kind in der katholischen Religion erzogen wird. Wenn diese Hoffnung völlig fehlt, ist die Taufe aufzuschieben; dabei sind die Eltern auf den Grund hinzuweisen.“

(CIC can. 868 §1, 2)

 

Diese „begründete Hoffnung“ ist nicht ein Kontrollinstrument, sondern Ausdruck der Sorge der Kirche, dass die Gnade der Taufe nicht leer bleibt. Eltern, die ihr Kind taufen lassen, übernehmen die heilige Pflicht, selbst in diesem Glauben zu wachsen.

 

Das Versprechen, „im Glauben zu erziehen“, bedeutet konkret:

  • das Kind mit Gott in Berührung zu bringen – durch Gebet, Beispiel und Liebe;
  • es einzuführen in die Feier des Sonntags und der Sakramente;
  • ihm das Herz für die Gemeinschaft der Kirche zu öffnen.

„Damit dieses göttliche Leben vor der Sünde bewahrt bleibt und beständig wachsen kann, sollen Sie Ihr Kind im Glauben erziehen.“

(Rituale Romanum)

 

🕯️ Reflexionsfragen

 

  1. Wie lebe ich selbst meinen Glauben im Alltag?
  2. Was kann ich meinem Kind vom Glauben zeigen, bevor ich ihm etwas erkläre?
  3. Welche Schritte möchte ich als Elternteil (oder als Pate) gehen, um meinen Glauben zu vertiefen?

Checkliste – Bin ich bereit, dieses Versprechen zu geben?

  • Ich bete regelmäßig oder beginne, dies wieder zu tun.
  • Ich habe eine lebendige Beziehung zur Kirche meiner Gemeinde.
  • Ich möchte mein Kind in den Gottesdienst mitnehmen.
  • Ich bin offen, mich in einem Glaubenskurs oder Elterngespräch weiterzubilden.
  • Ich möchte meinem Kind durch mein Verhalten zeigen, dass Glaube Freude schenkt.